Was haben die Ver­ein­ten Natio­nen mit den Kin­der­rech­ten zu tun? 

Kapi­tel 3 von 6

Der Weg zu den Kin­der­rech­ten, wie es sie heu­te in Form der UN-KRK war lang…

In der Anti­ke ist der Gedan­ke, Kin­dern einen spe­zi­el­len Schutz zu gewäh­ren, nicht ver­brei­tet. Kin­der gel­ten als Besitz des Vaters/Haushaltsvorstandes  (pater fami­lia­res). Im Mit­tel­al­ter wer­den Kin­der als „klei­ne Erwach­se­ne“ ange­se­hen und behan­delt, als mensch­li­che Wesen „in Miniatur“.

Von Frank­reich aus­ge­hend ent­wi­ckelt sich erst ab Mit­te des 18. Jahr­hun­derts die Idee, dass Kin­der anders behan­delt wer­den müs­sen und eines spe­zi­el­len Schut­zes bedür­fen. So ent­wi­ckelt sich nach und nach ein „Recht für Min­der­jäh­ri­ge“. Das Inter­es­se des Kin­des wird staat­lich aner­kannt und ab 1841 regu­lie­ren Geset­ze die damals noch erlaub­te Kin­der­ar­beit. Dar­auf­hin ent­wi­ckelt sich ab 1881 zudem das fran­zö­si­sche Recht auf Bildung.

Ab 1919 erlangt die Aner­ken­nung der Kin­der­rech­te ein inter­na­tio­na­les Echo durch die Grün­dung des Völ­ker­bun­des, der ein Kin­der­schutz­ko­mi­tee ins Leben ruft. Die Gen­fer Erklä­rung der Rech­te des Kin­des geht auf die Eng­län­de­rin Eglan­ty­ne Jebb (1876 – 1928) zurück. Auch for­der­te der pol­ni­sche Arzt, Schrift­stel­ler und Päd­ago­ge Janusz Kor­c­zak (1879–1942), erst­ma­lig 1920 in sei­ner, ”Magna Char­ta Liber­ta­tis” Rech­te für das Kind ein.

Am 26. Sep­tem­ber 1924 ver­ab­schie­det der Völ­ker­bund die Gen­fer Erklä­rung. Die­se ist der ers­te inter­na­tio­na­le ver­ab­schie­de­te Text, der in fünf Punk­ten die spe­zi­fi­schen Rech­te der Kin­der aner­kennt und die Ver­ant­wor­tung der Erwach­se­nen defi­niert. Der Ver­ein­te Natio­nen
Zwei­te Welt­krieg hin­ter­lässt tau­sen­de not­lei­den­de Kin­der. So wird 1947 das Kin­der­hilfs­werk der Ver­ein­ten Natio­nen gegrün­det: die Geburts­stun­de von UNICEF. 1953 folgt die dau­er­haf­te Insti­tu­tio­na­li­sie­rung als inter­na­tio­na­le Organisation.

Die Vor­ge­schich­te der UN-KRK wur­de von den fol­gen­den Per­so­nen maß­geb­lich geprägt: die US Ame­ri­ka­ne­rin Kate Dou­glas Wig­gin (1856–1923), sprach schon 1892 von Children’s Rights, die Schwe­din Ellen Key (1849–1926), schrieb 1899 ihr Buch ‘Das Jahr­hun­dert des Kin­des’ (und bezog sich damit auf  das 20 Jahr­hun­dert); bei der  Ita­lie­ne­rin Maria Montesso­ri (1870 – 1952), lesen wir in ihrem Buch ‘Kin­der sind anders’ ein Kapi­tel mit der Über­schrift ‘Die Rech­te des Kindes’.

Am 20. Novem­ber 1989 wur­de das Über­ein­kom­men über die Rech­te des Kin­des, kurz UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on (UN-KRK) von der UN-Gene­ral­ver­samm­lung ange­nom­men und trat am 2. Sep­tem­ber 1990 in Kraft.

Über die genau­en Inhal­te und ein­zel­ne Rech­te kannst du im nächs­ten Kapi­tel mehr erfahren.

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Soll­te man den Begriff „Min­der-jäh­ri­ge“ nicht strei­chen? Min­der­jäh­rig hört sich so nach min­der­wer­tig an  — was meinst du?

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