„Öko­lo­gi­sche Kin­der­rech­te“ – was ist dar­un­ter zu verstehen?

In den letz­ten Jah­ren wird immer öfter von „öko­lo­gi­schen“ Kin­der­rech­te gespro­chen. Ver­stan­den wird dar­un­ter das „Recht eines jeden Kin­des auf die­ser Welt, in einer intak­ten Umwelt auf­zu­wach­sen, ein gesun­des Leben zu füh­ren und posi­ti­ve Zukunfts­per­spek­ti­ven zu ent­wi­ckeln“. (Natio­nal Coali­ti­on 1999: Öko­lo­gi­sche Kinderrechte)

Argu­men­tiert wird dabei mit meh­re­ren Arti­keln der Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on, die einen direk­ten Bezug zu öko­lo­gi­schen Kin­der­rech­ten haben: „das Recht auf Leben“ Art.6, das „Recht auf das höchst­mög­li­che Maß an Gesund­heit“ Art.24, sowie das Recht auf „ange­mes­se­ne Lebens­be­din­gun­gen“ Art.27. Auch das „Recht auf Bil­dung“ Art.28 ist betrof­fen, weil gera­de in man­chen Län­dern des Südens, Umwelt­schä­den das Risi­ko von aus­beu­te­ri­scher Kin­der­ar­beit stei­gen las­sen und die Kin­der von der Schu­le fern­blei­ben, um das Über­le­ben der Fami­lie abzusichern.

Im Sep­tem­ber 2019 haben Gre­ta Thun­berg und 15 wei­te­re Jugend­li­che offi­zi­ell Beschwer­de vor dem Kin­der­rechts­aus­schuss der Ver­ein­ten Natio­nen ein­ge­reicht. Sie wer­fen den Staa­ten vor, dass die­se zu wenig gegen die Kli­ma­kri­se tun und damit gegen die welt­weit gül­ti­gen Kin­der­rech­te ver­sto­ßen. Sie for­dern das UN-Kin­der­rechts­gre­mi­um dazu auf, die Mit­glied­staa­ten zum Han­deln zu ver­an­las­sen, um Kin­der und Jugend­li­che vor den ver­hee­ren­den Aus­wir­kun­gen der Kli­ma­kri­se zu schützen.

Lek­ti­on 1 von 6


Der Bei­rat der Natio­nal Coali­ti­on Deutsch­land for­dert die Bun­des­re­gie­rung in sei­ner Stel­lung­nah­me dazu auf, die poli­ti­schen, öko­lo­gi­schen und sozia­len Rech­te der Kin­der und Jugend­li­chen zu stär­ken.   Er macht aus­drück­lich dar­auf auf­merk­sam, dass die strei­ken­den Akti­vis­ten von Fri­days For Future ihr ver­ein­bar­tes Recht auf Mei­nungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit (Art.13 und 15 KRK) in Anspruch nehmen.

Nehmt ihr das Recht auf Mei­nungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit auch in der Schu­le wahr? Gibt es an dei­ner Schu­le von Schüler*innen selbst­in­iti­ier­te  Projekt‑, Arbeits- oder Akti­ons­grup­pen? Habt ihr eine Schülerzeitung?

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Was ist wichtiger? 
Die Schul­pflicht oder das Recht, für sei­ne Zukunft auf die Stra­ße zu gehen? 
Die Mei­nun­gen zu Frei­tags­de­mons­tra­tio­nen und Kli­ma­st­reik gehen aus­ein­an­der. Das Netz­werk Kin­der­rech­te Deutsch­land sagt dazu: „Wer die Kin­der auf­grund der all­ge­mei­nen Schul­pflicht davon abhal­ten will zu strei­ken, miss­ach­tet die Grund­rech­te von Kindern.“