Und was ist mit den Jugendlichen?

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Selbst­ver­ständ­lich gel­ten die Kin­der­rech­te für Jugend­li­che. Sie Kin­derrech­te zu nen­nen ist nicht der Ver­such, Jugend­li­che zu infan­ti­li­sie­ren, son­dern ist der inter­na­tio­na­len Nut­zung des Begriffs Kind geschul­det. Grund­sätz­lich gilt: alle Men­schen haben die glei­chen Rech­te.
Da Kin­der ande­re Din­ge benö­ti­gen und ande­re Bedürf­nis­se haben als Erwach­se­ne, wur­den die beson­de­ren Rech­te von Kin­dern in einem eige­nen Über­ein­kom­men (Kon­ven­ti­on) fest­ge­legt.
Aber: bin ich mit 17 Jah­ren noch ein Kind? Wir spre­chen von Jugend­li­chen, Her­an­wach­sen­den und jun­gen Menschen.

Für die UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on gilt jeder Her­an­wach­sen­de von unter 18 Jah­ren als Kind (Arti­kel 1 KRK). Hier steht: Nor­ma­ler­wei­se gel­ten Men­schen bis 18 Jah­re als Kin­der. Es sei denn, ein Staat erklärt „sei­ne“ Kin­der durch ein Gesetz schon frü­her als Erwach­sen. (In Nepal bei­spiels­wei­se ist ein Mensch schon mit 16 Jah­ren nicht mehr Kind.) 

Die Ver­ein­ten Natio­nen ist eine Orga­ni­sa­ti­on in der fast alle Staa­ten der Welt ver­tre­ten sind. Die Vertreter*innen der ver­schie­de­nen Natio­nen haben sich auf die­se spe­zi­el­len Grund­rech­te für Kin­der und Jugend­li­che geei­nigt.  Damit die Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on in einem Staat wirk­lich gilt, müs­sen die Ver­ant­wort­li­chen des Staa­tes zustim­men. In Deutsch­land hat der Bun­des­tag am 5 April 1992 zuge­stimmt, dass die Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on in Deutsch­land gilt!

Das Kin­der­hilfs­werk ist eines der ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen. Das Hilfs­werk arbei­tet in Län­dern des glo­ba­len Südens und unter­stützt in ca 190 Län­dern Frau­en und Kin­der. UNICEF tritt welt­weit für die Umset­zung der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on ein.

Kin­der und Jugend­li­che haben eige­ne Rech­te. Des­halb spricht man von ihnen auch als Rech­te­inha­ber. Da jun­ge Men­schen aber dar­auf ange­wie­sen sind, dass sie über ihre Rech­te auch infor­miert wer­den, haben alle Erwach­se­nen die Pflicht, Kin­der und Jugend­li­che über ihre Rech­te zu infor­mie­ren, und dar­auf zu ach­ten, dass die Rech­te jun­ger Men­schen auch gewahrt wer­den. Erwach­se­ne sind also Pflich­ten­trä­ger, sie haben die Pflicht euch über eure Rech­te zu infor­mie­ren und eure Rech­te zu achten. 

Was denkst du?
Da sich die Bedürfnisse und Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen stark unterscheiden, sollte es da nicht doch spezielle Rechte für Jugendliche geben?

Wie sieht es im deutschen Gesetz aus?

Zum Bei­spiel gel­ten für das Jugend­schutz­ge­setz Men­schen im Alter von 0 bis 13 Jah­ren als Kin­der, jun­ge Men­schen zwi­schen 14 und 17 Jah­ren als Jugend­li­che (§1.1 JuSchG). Im Sozi­al­ge­setz­buch  (SGB VIII §7) gilt als Kind wer noch nicht 14 Jah­re alt ist und als Jugend­li­cher, wer 14 aber noch kei­ne 18 Jah­re ist.